Emetophobie - Angst vor dem Erbrechen

Dank dem medizinischen Kurs "Psychopathologie im Erwachsenenalter" habe ich viel Neues über Panikattacken, Ängste und Persönlichkeitsstörungen gelernt.

Für meine Abschlussarbeit habe ich mich entschieden das Thema EMETOPHOBIE zu vertiefen.

Gerne möchte ich Dich hiermit kurz informieren, um was es bei dieser Angststörung geht.

 

Klassifizierung

Im ICD 10 ist die Emetophobie unter F40.2 zu finden, bei den spezifischen Phobien. Bei dieser Erkrankung haben Menschen unerklärliche, irrationale Angst vor dem Erbrechen.

Sie zeigt sich in:

  • Panik davor, sich selbst zu übergeben, unabhängig davon, ob alleine oder in der Anwesenheit anderer.
  • Panik davor, miterleben zu müssen wie andere Personen und/oder Tiere sich übergeben.
  • Panik vor/bei jeglicher Konfrontation mit dem Thema (z.B. durch Medien, Gespräche, Erbrochenes, eigene Gedanken).

Nicht alle drei Dimensionen müssen gleichermaßen vorliegen, um von Emetophobie zu sprechen.

 

Wie entsteht eine solche Phobie?

Über die Entstehung einer Emetophobie existieren unterschiedliche Theorien. Es ist jedoch keine davon wissenschaftlich ausreichend belegt. Der Beginn der Störung liegt oft in der Kindheit. Die Entstehung kann mit - in der Regel nicht bewusst erinnerbaren – traumatisierenden Erlebnissen in der Kindheit zusammenhängen, beispielsweise einer als besonders unangenehm empfundenen heftige Magen-Darm-Grippe oder einer anderen Viruserkrankung.

Häufig verknüpfen sich (früh-)kindliche Erlebnisse von Ohnmacht und Angst mit der Erinnerung an eigenes oder fremdes Erbrechen und diese unbewusste Verknüpfung wird durch Eindrücke, die damit assoziiert werden ausgelöst.

 

Wovor fürchten sich Emetophobiker?

 Anscheinend ist die Emetophobie eine häufig behandelte Erkrankung.

Auch wenn die Emetophobie, die Angst vor dem Erbrechen, wie eine äusserst exotische Krankheit klingt – so selten ist sie gar nicht. Experten gehen davon aus, dass 2-3 % aller Männer und 6-7 % aller Frauen unter dieser Angst leiden. Emetophobiker fürchten sich davor, sich selbst alleine oder auch in Anwesenheit anderer übergeben zu müssen. Aber sie haben auch Angst davor, dass sich andere Menschen (und auch Tiere) vor ihren Augen übergeben. Zudem wird die Konfrontation mit dem Erbrechen durch Gespräche oder Medien (Artikel in Zeitschriften/Filme) gefürchtet.

 

Wie zeigt sich diese Phobie?

Bei Patienten mit Emetophobie stellt man eine erhöhte Ekelneigung fest.

Die akute Angst kann sich in Herzrasen, Schweissausbrüche, Beklemmungsgefühlen oder Schwindelanfällen äussern. Man meidet typischerweise öffentliche Orte und Veranstaltungen oder bestimmte Lebensmittel. Daraus resultieren häufig gravierende soziale Einschränkungen. Häufig meiden die Betroffenen den Kontakt z.B. mit Kindern oder schwangeren Frauen, da diese in den Augen eines Emetophobikers eine hohe Neigung zum Erbrechen haben. Drei Viertel der weiblichen Betroffenen vermeiden aus diesem Grund eine Schwangerschaft. Dieses Verhalten kann auf längerer Zeit zu einer Isolation führen. Betroffene leiden oft an einem geringen Selbstwertgefühl und fühlen sich nicht verstanden. In schweren Fällen wird die eigene Wohnung kaum noch verlassen, selbst im Supermarkt um die Ecke einkaufen zu gehen, gestaltet sich als fast unüberwindbares Hindernis.

Sogar das Essverhalten ist bei den Betroffenen gestört. Viele Menschen mit Angst vor dem Erbrechen ändern ihr Essverhalten radikal. Sie essen nur noch Lebensmittel, die ihnen in Bezug auf Keime sicher erscheinen, vermeiden beispielsweise Geflügel, Hackfleisch, Fisch, Muscheln oder Speisen mit rohen Eiern. Sie waschen Lebensmittel besonders gründlich, schauen sehr genau auf das Mindesthaltbarkeitsdatum und vermeiden es häufig, auswärts zu essen. Nicht selten haben Menschen mit der Angst vor dem Erbrechen wegen ihres zwanghaften Essverhaltens auch Untergewicht und werden deshalb auch oft mit Essgestörten verwechselt.

 

Neben der beschriebenen Angst und dem Vermeidungsverhalten, kommen häufig zahlreiche körperliche Begleitsymptome wie anhaltende Übelkeit hinzu, sowie Bauchschmerzen, Reizmagen oder Reizdarm, Durchfall, Sodbrennen, Schwindel, Zittern, Ohnmachtsgefühle (oft ausgelöst durch lange Phasen des Nichts-Essen), weswegen eine Emetophobie auch von Ärzten oft nicht erkannt und falsch diagnostiziert wird.

Übrigens: Die Übelkeit – meist ohne körperliche Ursache – ist bei über 80 % der Betroffenen anzutreffen.

 

Was gibt es für Therapieformen?

Bevor eine krankhafte Phobie behandelt werden kann, muss sie erkannt werden – und bei dieser Erkrankung ist es nicht immer einfach. Jedoch einmal erkannt meinen Experten, dass auch diese Phobie gut behandelbar ist.

Es wird geprüft, wann sich die Phobie manifestiert. Bei vielen ist es in erster Linie der visuelle Kanal, das heisst also, sie entwerfen vor ihrem inneren Auge eine Szene, in der sich jemand übergibt oder zumindest bereits würgt. Oft tauchen diese inneren Bilder nur ganz kurz auf (eine Sekunde oder weniger). Dennoch reichen sie dem Gehirn, um die Kettenreaktion der Emetophobie in Gang zu setzen.

Bei anderen spielt auch der auditive Kanal eine grosse Rolle. Hier wird schon das kleinste Magengrummeln in Gedanken soweit verstärkt, dass es mit Würgegeräuschen oder Brechgeräuschen in Verbindung gebracht wird.

 

Folgende Therapieformen werden danach angewandt:

Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie fokussiert sich auf die funktionalen Aspekte der Angst. Das heisst, es wird vorrangig daran gearbeitet, Vermeidungsverhalten abzubauen, Beeinträchtigungen durch die Phobie zu verringern und neue, förderliche Verhaltensmuster zu entwickeln. Die Behandlung eines Emetophobikers, der aus Angst vor dem plötzlichen Erbrechen den Gang zum Supermarkt meidet, würde so zum Beispiel darauf hinarbeiten, den Phobiker unter Anleitung und Begleitung durch den Therapeuten wieder an das Einkaufen heranzuführen. Dabei können unterschiedliche Verfahren zum Einsatz kommen. Beispielhaft sind hier schrittweise Konfrontationsübungen, die bei einem einzigen Schritt über die jahrelang nicht überquerte Türschwelle beginnen und über die kurze Besorgung beim Tante-Emma-Laden um die Ecke bis hin zum Wocheneinkauf mit dem Auto im Einkaufszentrum als Abschlussaufgabe am Ende einer erfolgreichen Therapie reichen können.

Hypnose

Die Hypnose-Therapie ist hier ein wunderbares Hilfsmittel, denn sie greift direkt auf das Unterbewusste zu und kann das Gehirn mit positiven Bildern neuprogrammieren. Denn wie die Wissenschaftler mittlerweile wissen, zeigt sich jeder einzelne Gedanke in Form einer synaptischen Verbindung – je mehr „Gedanken der Angst vor dem Übergeben“ gedacht werden, desto größer wird die Datenautobahn der synaptischen Verbindungen zum Gehirn. Das heisst, je öfters ich Angst vor etwas habe, desto größer wird diese Angst.

 

Kinesiologie

Die komplementär-therapeutische Methode Kinesiologie eignet sich hervorragend, um Ängste abzubauen und zu bewältigen. In einer Sitzung wird durch das Gespräch die Ursache für das Verhalten geforscht. Dabei kommt der Muskeltest zum Zuge. Stärkungsmöglichkeiten wie Muskelarbeit, Transaktions-Analyse, Farben- oder Chakra-Balance sind für den Klienten schmerzfrei und angenehm. Sie zeigen oft eine schnelle Wirkung. Bei einer meiner Klientin die Emetophobikerin war, hat sich der Psoas-Muskel (Nierenmeridian) als „schwach“ erwiesen (ein Klassiker bei Ängsten und Phobien). 

 

Diese Krankheit hat gute Heilungschancen. Ein Therapie-Mix kann den Heilungsprozess verkürzen. 

 

Um herauszufinden ob man an einer Emetophobie leidet, sollte man einen Arzt konsultieren und sich beraten lassen! Als Integrative Kinesiologin unterstütze ich Betroffene sehr gerne!

 

Solltest Du noch Fragen haben, kannst Du dich gerne bei mir melden!

 

Herzlichst Isabella Coduti

Integrative Kinesiologin

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0