Macht Armut krank?

«Vorbeugen ist besser als heilen» – wir kennen alle dieses Sprichwort!

Gestern hat mir jemand gesagt: "Wie soll ich nur vorbeugen? Hätte ich mehr Geld, würde ich auch gesünder leben können, zum Beispiel ins Fitness gehen (was zur Zeit unmöglich ist, weil ich bis spät Abends arbeite), mehr Bio-Nahrung essen (ist einfach zu teuer, kann ich mir nicht leisten oder zumindest nicht jeden Tag), öfters Auszeiten oder Urlaub geniessen (aber wo soll ich soviel Geld auftreiben?), oder zur Massage oder Therapeuten (besitze nur die Grundversicherung ohne Zusatzversicherung)." Und leider steht er mit dieser Aussage nicht alleine da. 

Ich habe mich gefragt, wie die Statistiken in der Schweiz aussehen und ob der Bund dieses Problem kennt. Ich bin mal fündig geworden. Auf der Homepage der BAG Bundesamt für Gesundheit heisst es:

 

Unser Lebensstil beeinflusst unsere Gesundheit. Wie lange wir leben und gesund bleiben, hängt stark davon ab, wie wir uns ernähren und bewegen, ob und wie viel wir rauchen und Alkohol trinken.  Ob Menschen an einer nichtübertragbaren Krankheit erkranken (wie Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-, chronischen Atemwegs- und muskuloskelettalen Krankheiten), wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst:

  • Zum einen haben lebensstilbezogene Faktoren wie unausgewogene Ernährung, mangelnde Bewegung, Rauchen und übermässiger Alkoholkonsum einen grossen Einfluss.
  • Zum anderen spielen physiologische Faktoren wie Gewicht, Blutdruck, Blutfettwerte und der Cholesterinspiegel eine Rolle, die sowohl genetisch wie auch von unserer Lebensweise beeinflusst werden.
  •  Aber auch gesellschaftliche und wirtschaftliche Faktoren wie der Bildungsgrad beeinflussen das Auftreten von nichtübertragbaren Krankheiten. Personen mit einem niedrigeren Bildungsstand erkranken häufiger als besser gebildete Menschen (also ist das Problem bekannt!)

Weiter steht...

 

Viele nichtübertragbare Krankheiten können durch den individuellen Lebensstil beeinflusst werden. Die wichtigsten Einflussfaktoren sind Tabak- und Alkoholkonsum sowie das Ernährungs- und Bewegungsverhalten. Wie präsentiert sich die aktuelle Lage in unserem Land?

  • In der Schweiz trank 2013 rund ein Fünftel der über 15-Jährigen risikoreich Alkohol. Der Gesamtkonsum von Alkohol ist in den letzten 20 Jahren rückläufig, jedoch bleibt der Anteil von Menschen mit risikoreichen Konsummustern weiterhin hoch.
  • Rund ein Viertel der Menschen über 15 Jahre rauchen Tabak, wobei der Anteil der Rauchenden bei den 25- bis 34-Jährigen mit 34,4% am höchsten ist. Prävention im Jugendalter ist von entscheidender Bedeutung: Wer vor 15 anfängt, kann sich später nur schwer aus der Nikotinabhängigkeit befreien.
  • 72% der Schweizer Wohnbevölkerung bewegen sich ausreichend aktiv. Eine grosse Herausforderung besteht darin, dass wir – sei es bei der Arbeit, zu Hause oder in der Freizeit und unterwegs – immer häufiger und länger sitzen, manche Menschen bis zu 15 Stunden am Tag. Auch bei regelmässiger körperlicher Aktivität lassen sich nicht alle negativen Effekte von lang andauerndem Sitzen ausgleichen. Langes Sitzen ist ein Risikofaktor für Diabetes, Herzerkrankungen, Krebs, Entzündungen, psychische Erkrankungen und Sterblichkeit im Erwachsenenalter. Wer jedoch aufsteht und sich regelmässig bewegt, legt nicht nur Muskeln zu. Auch Knochen, Gelenke und Organe werden stärker. Das Immunsystem, das Gedächtnis und Lernvermögen nehmen zu.
  • Eine ausgewogene Ernährung ist eine wichtige Grundlage für ein gesundes Leben. Nach wie vor essen die Menschen in unserem Land zu viel Zucker, zu viel Fett und zu viel Salz – und zu wenig Früchte, Salat und Gemüse.

Und weiter...

 

Neben dem Alkohol- und Tabakkonsum sowie dem Ernährungs- und Bewegungsverhalten beeinflussen weitere Faktoren die Gesundheit jeder und jedes Einzelnen. So sind zum Beispiel die Lebens- und Arbeitsbedingungen, die Art der Beschäftigung, das Einkommen oder der Zugang zu Gesundheitseinrichtungen und Beratungsdiensten von zentraler Bedeutung. Wer weiss, was gesund hält und was krank macht, kann sich für einen gesünderen Lebensstil entscheiden. Deshalb sollten Menschen dort abgeholt werden, wo sie leben. Die Präventionsaktivitäten des Bundes sollen so konzipiert und durchgeführt werden, dass sie den Bedürfnissen der Menschen, ihren Lebenswelten oder «Settings» wie Schule, Arbeitsplatz, Gemeinde etc., ihren Lebensbedingungen und ihrem Wissen, ihren Werten und ihrem Verhalten verstärkt Rechnung tragen. Sie fokussieren darauf, den Gesundheitszustand in jeder Lebensphase zu verbessern:

 

  • Kinder und Jugendlichen erlernen das Grundwissen über die Gesundheit und erhalten so die Basis für eine gesunde Lebensweise.
  • Bei Erwachsenen stehen die Gesundheitskompetenz und die Verantwortung für die eigene Gesundheit im Vordergrund 
  • Bei den Seniorinnen und Senioren wird der Schwerpunkt auf den Erhalt der Selbstständigkeit und die Verhinderung der Pflegebedürftigkeit gelegt.

Weitere Informationen: Bundesamt für Gesundheit (BAG) www.bag.admin.ch

 

Meiner Meinung nach, wissen wir im Grunde genommen, was uns gut tut und was wir für unsere Gesundheit tun können. Einige Aktivitäten oder Gewohnheiten kosten(fast) gar nix, z.B. 30 min. in der Natur laufen gehen, nicht rauchen oder Alkohol trinken, Bewegungsübungen in den eigenen 4 Wänden, Wasser trinken statt Süssgetränke - dies sind nur einige wenige Tipps die ich immer meinen Mitmenschen empfehle. Ich will es hier nicht missen zu erwähnen, dass einen Gang bei einer Kinesiologin eine gute und günstige Investition ist um zu testen was dir gut tut (bei mir kostet eine Behandlung Fr. 60/Stunde).

Schon nur eine neue Gewohnheit in dein deinem Tagesablauf während 28 Tagen zu integrieren, kann dein Leben verändern. Manchmal fehlt  nur die Motivation oder den Selbstwert zu stärken. 

Schlussendlich kann man niemanden dazu zwingen, gesund zu leben. Der Wille muss da sein, um eine so wichtige Entscheidung zu treffen! Geld ist wichtig, klar, aber sich deshalb zu vernachlässigen ist sehr schade!

 

Herzlichst Isabella Coduti

 

 

 

 

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