Paartherapie: macht das Sinn?

Natürlich macht es Sinn, eine Beziehung zu hinterfragen, wenn es unzählige scheinbar schier unlösbare Herausforderungen gibt. Doch auch wenn da noch die Liebe ist, dann kann man noch einen Ausweg suchen, ehe man alles aufgibt. Leider hat die "Paartherapie" trotzdem immer noch den Beigeschmack von Schande, weil man als Paar gescheitert ist, schon der Name "Therapie" klingt nach Krankheit.

Jedoch wenn wir uns krank fühlen, gehen wir zum Arzt. Wir vereinbaren einen Masseur-Termin, wenn unser Rücken verspannt ist. Wir suchen einen Coach auf, wenn wir den nächsten Karriereschritt planen. Doch wenn unsere Beziehung in Schieflage gerät, dann scheuen wir uns, professionelle Hilfe zu in Anspruch zu nehmen.

 

Wann macht eine Paartherapie Sinn?

Soll man jetzt beim ersten Krach zur Paartherapie laufen? Natürlich nicht, aber es gibt ein paar Knackpunkte, bei denen es durchaus Sinn macht, einen Kompromiss oder einen Lösungsansatz mit Hilfe eines neutralen Beobachters zu suchen:

 

1. Ihr streitet euch ständig

Wenn du und dein Partner kaum ein normales Gespräch führen könnt, ohne dass es in einem Krach endet, dann wird es Zeit, Hilfe zu bekommen. In Beziehungen kommt es zu Streit, das ist nichts Abnormales und nichts Schreckliches. Nur wissen die meisten Paare nicht, wie man erfolgreich streitet. Das bedeutet nicht, dass es einen Gewinner gibt, sondern ein erfolgreich ausgetragener Konflikt führt zu einer Lösung, die nicht nur beide das Gesicht wahren lässt, sondern mit der auch beide gut leben können. Die meisten Paare geraten jedoch in einen giftigen Kreislauf aus Angriff, Verteidigung und Schuldzuweisungen.

 

2. Ihr reibt euch an den ständig gleichen Verhaltensweisen auf

Wir alle tragen einen Rucksack voller Erfahrungen, die wir in unserem Leben gemacht haben. Die Art, wie unsere Eltern reagiert haben und wie sie mit uns umgegangen sind, Mobbing in der Schule, ein Betrug in einer früheren Beziehung – all das prägt uns. Und das meiste haben wir noch nicht gänzlich verarbeitet. Dein Partner zieht sich zurück, wenn du Kritik übst? Er spricht nicht mehr mit dir und zieht sich schmollend in eine Ecke zurück – was dich wieder auf die Palme bringt? Wenn wie in einer Wiederholungsschleife an bestimmten Verhaltensweisen liegt, die zur Eskalation führen, dann kann die Paartherapie helfen, ein Bewusstsein für die Auslöser und Muster schaffen.

 

3. Ein neues Lebensereignis oder Lebensabschnitt

Eine Paartherapie ist nicht nur für Paare geeignet, die sich bereits im Krieg befinden. Sie kann auch helfen, wenn sich etwas Grundlegendes in eurem Leben ändert und ihr jemanden braucht, der mit euch gemeinsam verschiedene Möglichkeiten auslotet, wie ihr euch in diesem neuen Rahmen einrichtet. Das kann der Auszug der Kinder genauso wie eine durch einen Umzug bedingte Fernbeziehung sein. Der Therapeut kann euch dabei helfen, als Team besser zusammenzuarbeiten und die gemeinsamen Ziele zu erreichen.

 

4. Euer Sexleben ist eingeschlafen

Kinder, Beruf, Dauerstress, mangelnde Anziehung. Es gibt viele Gründe, warum Paare aufhören, miteinander zu schlafen. Ein Therapeut hilft, unter die Oberfläche zu blicken und die wahre Ursache für die Störung im sexuellen Gleichgewicht zu suchen – und er unterstützt, damit der Funke der Leidenschaft vielleicht wieder aufglimmt.

 

5. Ihr habt verschiedene Ansichten über Geld und Zukunftspläne

Es ist - so traurig das klingt – mit einer der häufigsten Scheidungsgründe: Diskussionen über Geld, Kinderwunsch und Zukunftspläne. Wer zahlt wie viel, wofür wird das gemeinsame Geld ausgegeben, wofür gespart, die Angst, zu wenig Geld zu haben, genügt es für die Zukunft nach der Pensionierung ... All das zermürbt die Liebe.

 

Trennung oder neuer Versuch?

Sich für das Miteinander statt eine Trennung zu entscheiden, ist aber nicht immer das Ziel der Therapie. Dieses bestimmt das Paar. Meist geht es darum, wieder zueinander zu finden, aber manche Paare wollen sich auch klar darüber werden, ob sie miteinander eine Chance haben oder ob es für sie Sinn macht, unter bestimmten Umständen beisammen zu bleiben. Eine Paartherapie kann somit auch zur Trennung führen. Verletzungen sind dann nicht ausgeschlossen.

 

Bereitschaft zur Therapie notwendig

Es gibt aber auch Situationen, in denen eine Paartherapie von vornherein keinen Sinn macht. Wo liegen die Grenzen? Wenn sich einer der Partner bereits innerlich von der Beziehung verabschiedet hat, wenn eine Aussenbeziehung besteht, die nicht beendet wird, oder wenn die Bereitschaft eines Partners fehlt, dann macht eine Paartherapie wenig Sinn.

Umgekehrt bedeutet das: Sind die Partner offen und interessiert, um sich mit den eigenen Themen auseinanderzusetzen, hat die Therapie gute Erfolgsaussichten. Ideal sind die Voraussetzungen, wenn man spürt, dass die gegenseitige Zuneigung noch vorhanden ist, auch wenn sie durch aktuelle Konflikte überdeckt ist.

 

Gerne stehe ich Dir und Deinem Partner/Partnerin zur Seite und freue mich auf Deine Kontaktaufnahme!

 

Herzlichst Isabella Coduti & Team

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