Lass Deinen Groll los

Warum kostet Groll so viel Kraft? Und warum das Verzeihen für uns so wichtig ist erklärt der Psychotherapeut Rolf Merkle uns mit einer Beispielgeschichte:

Ein Lehrer bittet seine Schüler einen leeren Sack und einen Sack Kartoffeln mit in die nächste Unterrichtsstunde mitzunehmen. Die Schüler sollten sich überlegen, welche Menschen ihnen schon einmal etwas Schlimmes angetan haben, und sie ihnen nicht verzeihen konnten. Für jeden Menschen sollten die Schüler eine Kartoffel auswählen und sie mit dem Namen des Angreifers beschriften und sie dann im leeren Sack legen. Danach musste jeder Schüler eine ganze Woche den Sack auf Schritt und Tritt mit sich tragen. Auf diese weise merkten die Schüler schnell, wie (be)drückend der Groll ist, den man als Last auf die Schultern trägt.

 

Viele von uns haben diese Erfahrung selbst schon gemacht und trotzdem fällt es uns manchmal sehr schwer, einem Meschen zu verzeihen der uns gekränkt hat.

Zum einen geht es um unseren Stolz: Wir befürchten, dass wir das Gesicht verlieren, wenn wir dem anderen die Hand zur Versöhnung reichen. Zum anderen wollen wir den Angreifer für sein Verhalten bestrafen und uns selbst dadurch Genugtuung verschaffen. Doch das geht genau daneben! Anstatt uns besser zu fühlen, bestrafen wir uns mit unserem Groll nur selbst.

 

Doch wie werden wir Frei von Groll und Rachegedanken?

Nur die Vergebung kann uns befreien. Sie heilt den Bruch und stellt die Beziehung zum anderen wieder her. Vor allem aber verschafft sie uns den inneren Frieden. 

Also dann, mache den ersten Schritt zu Versöhnung - auch und VOR ALLEM dir selbst zu liebe. Denke daran:

  • Vergebung ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke.
  • Verzeihen heisst auch nicht, dass Du das verletzende Verhalten gutheisst, jedoch kannst Du den Vorfall aus Deiner Sich betrachten, warum er sich so verhalten hat.
  • Vielleicht kannst Du dich an eine Situation erinnern, in der Du auch eine Person verletzt hast und diese Dir danach verziehen hat-betrachte diese Vergebung als ein Geschenk, das Du nun selbst anbietest!

Solltest Du dennoch merken, dass Du nicht vergeben kannst, weil Du zu sehr in der Opferrolle gefangen bist, melde Dich bei mir, wir arbeiten zusammen daran!

 

Deine Isabella Coduti