Wer ist "schuld" an der Erkrankung

Diese Auffassung, wer krank ist, hätte etwas falsch gemacht im Leben, scheint in gewissen Kreisen zu einem neuen "Glaubenssatz" geworden zu sein. 

Wie erleben schwer kranke Menschen solche Sprüche-oder besser An-Sprüche? Chronisch Kranke berichten immer wieder davon, wie sehr sie solche Meinungen belasten, die dann dazu beitragen, dass sie sich für die eigene Krankheit schuldig fühlen, und somit eine weitere Last zu der schon schweren Belastung der Krankheit hinzufügen.

So einfach kann man es sich nicht machen , denn Krankheit und Gesundsein haben so viele Aspekte... und wir begreifen nur einen kleinen Teil davon. Es gibt Auslöser wie Umweltgifte und Strahlungen, genetische Schwächen oder Überlastungen. Es gibt aber auch belastende Erlebnisse in der Vergangenheit, die uns geschwächt haben und die wir nur teilweise verarbeiten können. Viele davon bleiben auch in uns verborgen, weil wir im Moment keinen bewussten Zugang dazu haben.

 

Statt sich zu fragen, wer daran schuld ist, sollte man sich eher damit befassen, was den Heilungsprozess unterstützen kann.

Grundsätzlich lautet die Antwort hier: "Alles was das Leben leichter macht". Dazu gehört in der Regel die Überzeugung, dass ich nicht selbst schuld bin, weil ich in meinem Leben etwas falsch gemacht hätte oder ich gar ein schlechter Mensch wäre.

Ganz wichtig ist, die Macht über das eigene Leben zurückzugewinnen. Gerade wenn man grosse körperliche Eingriffe und medizinische Behandlungen hinter sich hat oder diese noch andauern. 

 

Was habe ich selbst noch in der Hand?

Was kann ich selber für meine Heilung tun?

Fühle ich mich in der Lage, mein Leben so zu gestalten wie ich möchte?

Habe ich genug von dem was ich brauche?

 

Das sind nur einige Fragen, deren Antwort auch dazu beitragen können, einen Heilungsprozess zu beschleunigen.

 

Ohne Vorwurf oder gar Schuldzuweisung, habe ich als Therapeutin die Pflicht zu erkennen, was mein Klient von sich aus verändern kann und was seine Verantwortung ist. In der Sitzung ist das schon ein wahres AHA-Erlebnis ... 

 

Aber schlussendlich ist es auch seine Entscheidung, was er verändern "will". Manche Menschen bekommen durch eine Krankheit etwas, was sie sonst nicht bekämen: Fürsorge, Auszeit, Ruhe, Zuwendung oder Liebe...

Körperliche Beschwerden sind natürlich nie vorsätzlich oder bewusst geplant, aber manchmal zeigt sich eine Krankheit als ein grosser Hilferuf. 

 

Ich wurde kürzliche als "Wegbegleiterin" genannt und hoffe noch viele "Reisende" auf ihrem Weg begleiten zu dürfen!

 

Herzlichst Isabella Coduti

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