Trauer - was sage ich nun?

Was sagt man einer Person die trauert?

 Wenn eine Person eine Zeit der Trauer erlebt, muss man darauf achten was man ihr sagt.

Folgend habe ich einige Ratschläge, die Du einer Person sagen kannst und die Sätze, die Du besser meiden solltest. Denn manchmal verschlimmern wir die Situation, obwohl wir helfen wollen!

 

"Wenn du weinen musst, tu es!"

Was haben sie dir immer gesagt, als du ein Kind warst und weintest? "Weine nicht, komm schon". Was haben sie dir gesagt, wenn du traurig warst? "Komm schon, sei nicht traurig".

Der Versuch, Emotionen zu hemmen, ist für niemanden gut, geschweige denn, wenn es sich um eine trauernde Person handelt.

Du musst dieser Person erlauben, ihre Gefühle auszudrücken.

Du darfst ihr nie sagen, dass sie es nicht tun darf, dass sie sich beherrschen soll.

In diesen Momenten ist es das Beste, sich zu entspannen, zu schreien oder Gefühle und alle Emotionen in irgendeiner Weise auszudrücken.

 

"Wenn du mich brauchst, bin ich hier"

 In Bezug auf das, was ich im vorherigen Punkt gesagt habe, fühlen sich viele Menschen unter diesen Umständen gezwungen zu fliehen. Sie mögen die Situation nicht und ziehen sich zurück. Dieses Verhalten ist jedoch nicht richtig, da der Trauernde Kontakt benötigt-eine Umarmung oder einfach nur jemand, der neben ihm steht. Es ist nicht nötig zu sprechen, obwohl wir wissen, dass viele Menschen sich nicht wohl fühlen, wenn sie schweigen müssen. Trotzdem ist  notwendig, da zu sein. Auf dieser Weise, weiss die trauernde Person, dass sie frei sprechen oder weinen kann, dass jemanden da ist, der sie liebt und unterstützt.

Aus diesem Grund rate ich, niemals wegzulaufen, auch wenn es schwierig und unpassend erscheint!

Es gibt Menschen, die glauben, dass sie, weil sie einen Trauerfall überwinden müssen, allein bleiben müssen, aber so ist es nicht. Glaube mir, in diesen Momenten brauchen sie dich mehr denn je.

 

"Warum geben wir gerne Befehle?"

Zwischen dem "weine nicht" und dem "jetzt musst du nach vorne schauen" hören wir nie auf, Befehle zu geben und das Leben der anderen Person "umzuplanen". In diesen schmerzvollen Momenten ist es nicht die Zukunft die dem Trauernden Sorgen macht, und nach Vorwärts zu schauen scheint in ihren Augen eh einen Unsinn.

Sie wollen nicht wissen, was passieren wird oder was Sie tun müssen, denn Sie wissen es bereits! In diesem Moment dreht sich alles nur um ihren Schmerz. Wir müssen Ihnen erlauben, die Situation selber in die Hand zu nehmen.

Sie sind keine nutzlosen Personen, sondern sie stehen einfach vor einer Zeit der Trauer, die überwunden werden muss. Wenn sie soweit sind, werden sie so handeln, wie sie es für richtig halten.

 

Inzwischen haben wir uns daran gewöhnt, allen, die eine schlechte Zeit durchmachen, zu sagen: "Ich weiß, wie du dich fühlst". Und dennoch erkennen wir nicht, dass die bessere Version in Wirklichkeit "Ich verstehe, dass du so viel Schmerz fühlst" ist, weil das "Ich weiß, wie du fühlst" eine aggressive Reaktion hervorrufen kann. Trauernde erleben eine Zeit extremer Sensibilität und vielleicht warst du nie in einer ähnlichen Situation.

Einen solchen Satz zu sagen, könnte eine Reaktion auslösen wie: "Woher weißt du, wie ich mich fühle? Das gleiche ist dir noch nie passiert. "

Es ist immer besser zu vermeiden, diese Worte zu sagen und stattdessen dieser Person verständlich zu machen, dass wir in der Lage sind, mit ihr mitzufühlen.

 

Die Trauer braucht Zeit und deshalb müssen wir sie in jeder Hinsicht respektieren, egal wieviel Zeit benötigt wird, um sie zu überwinden.

Es ist nicht gut, wenn man vorgibt, die Trauer überwältigt zu haben oder jemanden zu drängen, die Trauerzeit schneller zu überwinden. Vielleicht dauert es Wochen, Monate oder sogar Jahre. Jeder Mensch verarbeitet es anders.

 

Wie oft hast du einer trauernden Person das Falsche gesagt? Und wie oft hast du "Ich weiß, was du durchmachst" ausgesprochen?

 

Jetzt weißt du auf jeden Fall, wie du der Person, die dich so sehr braucht, am besten helfen kannst.

 

Herzlichst Isabella Coduti